Schweiz hat flaechendeckende Alpen-Ladeinfrastruktur. Top-Netze: MOVE, Swisscharge, Gofast, Ionity, Tesla Supercharger. Alle Autobahnen und Passstrassen versorgt. Kosten: 0,40-0,79 CHF/kWh (DC hoeher). Beste Apps: EVPass, Plugsurfing, ABRP. Auslaendische Roaming-Karten akzeptiert.
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Laden in der Schweiz: das aktuelle Bild
Das öffentliche Schweizer Ladenetz ist in den letzten drei Jahren schneller gewachsen als die EV-Flotte. Das SwissEnergy-Programm hat ein Ziel von 22.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis Ende 2027 gesetzt. Die Dichte ist jetzt vergleichbar mit den Niederlanden und Deutschland pro km Strasse, mit Lücken konzentriert in alpinen und ländlichen Kantonen.
Die interaktive Karte unten zieht verifizierte Stationsdaten aus OpenChargeMap mit Live-Status, Steckertyp und Anbieter. Bewegen oder zoomen Sie zur Routenplanung, dann klicken Sie auf einen Marker für Plug-Details und Anbieter-Preisseite.
Struktur des Netzes
Der Schweizer öffentliche Lademarkt ist multi-Anbieter. Vier Gruppen machen den Grossteil aus:
- Move (mit GoFast seit 2024 kombiniert): das grösste Netz in absoluten Zahlen. Stark auf Autobahn-Korridoren und städtischen Hubs.
- Ionity: 300-350-kW-DC-Stationen an den meisten Autobahn-Rastplätzen. Europaweites Passport-Abonnement mit grossen Rabatten.
- Tesla Supercharger: seit 2023 für Nicht-Teslas an fast jedem Schweizer Supercharger offen. Preise auch ohne Tesla-Konto wettbewerbsfähig.
- Regionale Energieversorger: EnergieDienst, Primeo Energie, AEW Energie, BKW, EWZ betreiben hunderte Punkte. Roaming über Swisscharge.
Kleinere Anbieter: Supermarkt-Ketten Coop, Migros und Aldi an Parkplätzen (oft kostenlos während Öffnungszeiten), Städte-Versorger in Zürich, Genf, Bern, Lausanne, Hotel-Destination-Netze für Tesla und Plugsurfing.
Roaming als Besucher
Für eine Touristenreise hat es wenig Nutzen, mehrere Anbieter-Konten zu eröffnen. Drei praktische Ansätze:
Option 1: Swisscharge als One-Stop-Roaming-Karte
Swisscharge ist die nationale Interoperabilitäts-Plattform. Eine App, eine Karte, eine Rechnung über die meisten Schweizer Netze einschliesslich Move, GoFast, Ionity, EnergieDienst, Primeo und die meisten Stadt-Lader. Online anmelden, Karte nach Hause bestellen oder App für QR-Code-Aktivierung am Lader.
Option 2: Plugsurfing, Shell Recharge oder Chargemap
Diese paneuropäischen Roaming-Plattformen funktionieren in der Schweiz mit derselben Karte/App wie zu Hause. Abdeckung gut für Autobahn- und Stadtstandorte; einige kleinere Regional-Anbieter möglicherweise nicht enthalten. Per-kWh-Roaming-Aufschläge von CHF 0,05-0,15 versus Direkt-Anbieter-Preis sind typisch.
Option 3: Direkte Anbieter-Apps
Tesla-Supercharger-Zugang über die Tesla-App ist unkompliziert und der Preis oft der niedrigste ohne Abo. Ionity Passport (5,99 €/Monat) halbiert den Ionity-Preis. Move hat ein Move+-Abo (CHF 5/Monat) das sich auszahlt bei wöchentlichem Autobahn-DC-Laden.
Autobahn-Korridor-Abdeckung
Alle grossen Schweizer Autobahnen haben mindestens eine Schnellladestation an jedem Rastplatz:
| Korridor | Schnellladen-Abdeckung |
|---|---|
| A1 Zürich-Genf (280 km) | Ionity an allen Hauptraststätten, Move an den meisten, Ø 30-40 km Abstand |
| A2 Basel-Chiasso via Gotthard (290 km) | Ionity und Move einschliesslich Göschenen, Airolo, Bellinzona |
| A13 St Margrethen-Bellinzona via San Bernardino (180 km) | Move bei Thusis, San Bernardino Süd, Mesocco; Lücken schliessen 2026 |
| A3 Basel-Zürich (95 km) | EnergieDienst, Move, Ionity Sissach |
| A2 Basel-Bern via Belchen (90 km) | Move und Ionity gut abgedeckt |
| A5 Genf-Lausanne-Yverdon | Move und Ionity stark |
Ein modernes EV mit 80-kWh-Batterie und 20 kWh/100 km Verbrauch kann eine Nord-Süd-Schweiz-Querung (Basel-Chiasso, 290 km) komfortabel mit einem Schnellladestop in Göschenen oder Airolo planen.
Alpine Ziele
Die meisten Skigebiete und Seestädte haben jetzt mindestens einen DC-Schnelllader plus mehrere AC-Lader an Hotels:
- Saint-Moritz, Davos, Klosters, Lenzerheide, Arosa: Ionity oder Move am Resort
- Zermatt: autofreies Dorf, Lader am Täsch P+R
- Andermatt, Engelberg, Verbier, Crans-Montana: Move + mehrere Hotel-Destination-Lader
- Interlaken, Grindelwald, Wengen, Mürren: AC an Hotels, DC in Interlaken West
- Locarno, Ascona, Lugano: dichte städtische Abdeckung
Preise in der Praxis
Indikative Ad-hoc-Preise für Nicht-Abonnenten:
| Anbieter | DC (CHF/kWh) | AC (CHF/kWh) | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Move (ad-hoc) | 0,55-0,65 | 0,40 | Move+-Abo CHF 5/Monat senkt Preis |
| Ionity (ad-hoc) | 0,69 | n/a | Passport 5,99 €/Monat senkt auf 0,39 |
| Tesla Supercharger | 0,40-0,55 | n/a | Niedriger für Tesla-Besitzer mit Abo |
| Swisscharge Roaming | 0,55-0,75 | 0,40-0,55 | Roaming-Aufschlag CHF 0,05-0,10 |
| Plugsurfing Roaming | 0,60-0,80 | 0,45-0,60 | Internationaler Roaming-Aufschlag |
| Coop/Migros am Parkplatz | Kostenlos oder 0,30 AC | n/a | Während Öffnungszeiten, 2-3 h gedeckelt |
| Hotel-Destination AC | Enthalten | n/a | Für übernachtende Gäste |
Leerlauf-Gebühren von CHF 0,10/min nach Ladeschluss sind häufig an Autobahn-DC; Auto innerhalb 15 Minuten nach Vollladung wegfahren.
Zahlung an der Station
Die meisten Schweizer Ladestationen akzeptieren:
- App/Karte des Anbieters: schnellste und günstigste Option
- Kontaktloses Bezahlen (Visa, Mastercard) an neueren DC-Stationen; Aufschlag von CHF 0,10-0,15/kWh gegenüber App-Preis
- QR-Code + Twint/Kreditkarte: an moderneren Move- und Ionity-Stationen ohne App
- Prepaid-Guthaben via Swisscharge oder Chargemap
Reine Roaming-Karten (Plugsurfing, Shell Recharge) kosten typisch 10-15% mehr als der direkte Anbieter-Preis, sind aber praktisch bei einer Rundreise durch mehrere Länder.
Stecker-Standards
Die Schweiz nutzt europäische EV-Standards:
- CCS Combo 2: dominanter DC-Schnelllade-Stecker. Jede Autobahn-DC-Station hat ihn.
- Typ 2: Standard-AC-Stecker für alle Destination- und Stadt-Lader.
- CHAdeMO: Legacy-DC, an älteren Move-Standorten. Phasing-out bis 2027.
- Tesla NACS: nur an Tesla-Superchargern; Nicht-Tesla-Zugang über CCS-Adapter oder Tesla-gebaute CCS-V3-Stalls.
Europäische EVs funktionieren Plug-and-Play. UK-EVs mit Typ-2- und CCS-Steckern funktionieren identisch.
Heim- und Hotelladen unterwegs
Für längere Aufenthalte in der Schweiz ist AC-Laden nachts die günstigste und einfachste Option. Praktisch jedes Hotel der Mittel- und Oberklasse hat inzwischen mindestens einen Typ-2-Anschluss, und viele Ferienwohnungen (Airbnb, Interhome, Reka) inserieren Wallboxen explizit als Ausstattung.
- Hotels mit Wallbox: 22 kW Typ-2 sind Standard, gelegentlich DC bis 50 kW an Business-Hotels. Preise bewegen sich zwischen kostenlos (bei Buchung) und CHF 0,45 pro kWh. Reservieren Sie den Ladeplatz bei Buchung, da die Zahl der Stellplätze meist unter der Zimmerzahl liegt.
- Ferienwohnungen: Suchfilter “EV charging” auf Booking.com, Interhome und Reka. In den Alpen sind private Wallboxen häufig bei Chalets und Zweitwohnungen; im urbanen Raum bieten oft Tiefgaragen Zugang.
- Camping-Plätze: viele CH-Campings erlauben Laden über CEE-16A oder Schuko am Stellplatz für CHF 3-8 pro Nacht Pauschale. Nicht offiziell für EV-Laden, aber toleriert bei privater Nutzung. TCS Camping App zeigt die Ausstattung.
- Notfall-Laden aus einer Haushaltssteckdose: technisch möglich mit dem mitgelieferten Ladeziegel; erwarten Sie 8-10 km pro Stunde. Nur für gelegentliches Übernacht-Auffüllen; nicht als Reise-Strategie.
Als Faustregel: eine Nacht am Hotel-AC ist günstiger als ein einziger 20-Minuten-Stop am Autobahn-Schnelllader.
Zahlung an der Station
Die Schweiz hat kein einheitliches Zahlungssystem für EV-Laden, aber die Zahlung ist einfacher als noch 2022. Vier gängige Wege:
- App der Netzwerkbetreiber: Move, Swisscharge, evpass. App auf dem Smartphone, QR am Ladepunkt scannen, freigeben. Kein physischer Kartenempfang nötig.
- Roaming-Karten oder -Apps: Chargemap, Plugsurfing, Shell Recharge, EnBW mobility+. Eine Karte oder App deckt 90% der Schweizer öffentlichen Lader. Preise inkludieren einen Aufschlag von ca. CHF 0,05-0,10 pro kWh.
- Kontaktloses Kreditkarten-Terminal (Ad-hoc): gesetzlich vorgeschrieben seit 2024 an allen neuen DC-Ladern über 50 kW. An älteren Standorten oft noch nicht nachgerüstet. Prüfen Sie den Ladepunkt vor der Abfahrt in die Alpen.
- Tesla-App: nur an Tesla-Superchargern; die einfachste Einzahlungsmethode für Nicht-Tesla mit CCS-Anschluss.
Führen Sie zwei unabhängige Zahlungsmittel mit (z.B. eine Roaming-App + eine Kreditkarte), da die Netzabdeckung in abgelegenen Alpen-Tälern schwanken kann.
Kantonale Anreize
Die Bundesabgabe für neue EVs (CO2-Bonus) wurde 2024 gestrichen, aber sechs Kantone bieten weiterhin direkte oder indirekte Anreize für EV-Halter und Ladeinfrastruktur.
- Wallis: Zuschuss von bis zu CHF 5.000 für private Wallbox-Installationen; besonders in Ferienwohnungen und Zweitwohnsitzen aktiv.
- Basel-Stadt und Basel-Landschaft: reduzierte Motorfahrzeugsteuer für rein-elektrische Fahrzeuge (ca. 50% Rabatt in den ersten drei Jahren).
- Zürich: gratis Parken an städtischen Ladeplätzen für EVs mit gültiger Ladung (max. 4 Stunden).
- Genf: Vorrang bei Parkplätzen mit Ladepunkten und reduzierte Gebühren für Firmen-EV-Flotten.
- Waadt: kantonaler Zuschuss von bis zu CHF 3.000 für Wallboxen in Mehrfamilienhäusern.
- Tessin: reduzierte kantonale Fahrzeugsteuer und Vorrang für EV-Zulassung bei Grenzpendler-Genehmigungen.
Als Besucher profitieren Sie hauptsächlich von den städtischen Parkerleichterungen (Zürich, Genf) und der Ladeinfrastruktur, die durch die Zuschüsse dichter geworden ist.
Bundesziele
Die Schweiz hat 2023 die “Roadmap Elektromobilität 2025” verabschiedet und 2025 mit einer zweiten Phase bis 2030 ergänzt. Zentrale Zahlen:
- Neuwagen-Anteil EVs 2030: mindestens 50% aller Neuzulassungen sollen rein-elektrisch sein (Stand 2026: rund 28%).
- Schnellladepunkte: bundesweit 20.000 DC-Ladepunkte bis 2030 (Stand 2026: rund 5.400).
- Autobahn-Netz: alle 60 km ein DC-Ladepark mit mindestens vier Punkten bis 2027; heute bereits an 84% der ASTRA-Rastplätze umgesetzt.
- Alpine Pässe: mindestens ein DC-Ladepunkt an jedem der zehn wichtigsten Alpenpässe bis 2028. Furka, Grimsel, Susten und Bernina sind bereits ausgestattet.
- Netzstabilität: das Bundesamt für Energie (BFE) koordiniert seit 2025 mit den Kantonen die Netzverstärkung an Alpenkorridoren, um Ladespitzen im Winter abzufedern.
Für Besucher bedeuten diese Ziele: die Reichweiten-Angst auf Schweizer Autobahnen ist praktisch verschwunden, und selbst abgelegene alpine Ziele werden ladbar.
Praktische Tipps für Besucher
- Swisscharge vor Ankunft anmelden: Karten-Lieferung dauert 5-7 Tage; App-Aktivierung sofort.
- Tesla-App auch ohne Tesla: einfachste einzige Zahlungsmethode an jedem Tesla-Supercharger.
- Abos zahlen sich schnell aus: Ionity Passport spart CHF 5+ pro Schnellladung; amortisiert sich in einem Stop.
- Eigenes Typ-2-Kabel mitbringen: viele AC-Lader in der Schweiz sind nur Steckdose (Sie bringen das Kabel).
- Leerlauf-Gebühren beachten: Auto innerhalb 15 Minuten nach Vollladung wegfahren.
- Hotel-AC über Nacht günstigste Option: CHF 5-15 für Vollladung wenn nicht kostenlos.
- Winter-Reichweite einplanen: bei Temperaturen unter 0°C nimmt die effektive Reichweite um 20-30% ab; kombiniert mit alpiner Höhenlage und Heizung sind längere Ladestopps normal.
- Kettenpflicht beachten: Auf Bergpässen kann die Batterie bei Kettenmontage entladen werden (langsamere Fahrt, häufigeres Bremsen); vor der Bergfahrt volltanken.
- Zoll-Deklaration bei EV-Import: private EV-Nutzung während der Ferien ist zollfrei; kein besonderes Verfahren nötig ausser dem üblichen Personen-Vignette.
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